Tromsö: Der Leuchtstern Norwegens 1


Tromsö liegt ca. 1000 km nördlich von Oslo entfernt, hat knapp über 70.000 Einwohnern und ist die größte Stadt im Norden des Landes. Es ist eine kleine Stadt, wo es im Winter kaum Sonnenlicht gibt, dafür geht die Sonne im Sommer nicht unter.
Hier liegt auch die nördlichste Universität der Welt.
Es gibt jedes Jahr 2 Laufveranstaltungen dort: Polar Night Halfmarathon und den Midnight Sun Marathon.
Ich habe bei dem ersten mitgemacht.

Wie kommt ihr nach Tromsö

Am einfachsten geht es mit einem norwegischen Inlandsflug von Oslo. Die Skandinavian und Norwegen Airline haben oft sehr gute Angebote für diejenige, die nach norden weiterfliegen wollen. Die Tickets kosten zw. 50-100 € je nach Saison.

Mit Flybuss landet man schnell in der Innenstadt. Ein Retourticket kostet 140 NOK, für Studenten 100 wenn man es im Voraus im Automat kauft, im Bus kostet ca. 10 NOK mehr.

Eine andere, günstiegere Alternative sind die Stadtbusse. Bus 40 und 42 fahren den ganzen Tag zwischen dem Airport und der Innenstadt. Tickets könnt ihr im Kiosk am Flughafen kaufen, ein One-Way-Ticket kostet 30 NOK.

 

Tromsö: Die Stadt des Nordlichts

Die Stadt ist einer der Orte auf der Welt mit dem meisten Nordlicht.

Ich war Anfang Januar letzten Jahres dort wegen dem oben genannten Lauf. Wir sind ca. 15 Uhr gelandet und es war schon alles dunkel. Man muss sich daran gewöhnen, aber nach 1-2 Tagen geht es. Im Winter ist die Sonne gegen 10 Uhr Vormittag aufgegangen und kurz nach 14 Uhr war es schon wieder dunkel.
Was überraschend war, dass es nicht so kalt war, wie ich das erwartet hatte: wir hatten konstant -4 bis -6 Grad dank der Lage am Meer und des warmen Golfstroms . Im Vergleich: In Oslo hatten wir ein paar Tage davor auch -12 Grad gehabt.

Es kommen gerade in der Wintersasion viele Touristen nach Tromsö, vor allem um sich das Nordlicht anzuschauen.
Uns haben sie im Hostel gesagt, dass es oft möglich ist, das Licht direkt aus der Stadt zu sehen, wenn der Himmel klar ist. Ein Tipp: ca. eine halbe Stunde Spaziergang von der Stadt entfernt liegt ein kleiner See, wo man das besser sehen kann, weil es dort keine Beleuchtung gibt. Man braucht natürlich auch Glückt: als wir dort waren, war es bewölkt sowohl in der Stadt, als auch am See und trotz guter Vorhersage haben wir das Nordlicht von dort aus nicht gesehen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass ihr ein Auto mietet und selbst auf Nordlichtjagd geht, aber wenn ihr die Ort und die Umgebung nicht kennt, dann rate ich auch davon ab.
Es liegt überall mehrere Meter Schnee und die Straßen sind relativ eng und vereist, es kann sehr schnell zu einem Verkehrsunfall kommen im Dunklen, wenn man die Straße nicht kennt.

Wir haben uns, als unsere letzte Möglichkeit, für eine organisierte Nordlichttour von Tromsö Safari entschieden. Das war zwar teuer (1100 NOK), sie wissen es  aber genau, wo man am meisten Chancen hat, das Nordlicht zu sehen. Die Firma hat 3 Stationen und je nach Wetter und Lichtstärke suchen sie die besten Orte aus. Wichtig aber: sie können euch nichts garantieren, es ist durchaus möglich, dass das Wetter oder das Licht nicht mitmacht.

Wir haben die Tour auf unserer letzten Nacht in Tromsö gebucht. Treffpunkt war um 18:30 Uhr in der Stadt. Nach einer gute 3/4 Stunde Fahrt sind wir angekommen: Irgendwo im Dunklen. Wir haben nur ein rundförmiges Holzhaus gesehen und 2 Toilettenhäuschen. Sonst nur Schnee und davon jede Menge. Der Himmel war noch bewölkt, aber hin und wieder haben wir schon Sterne gesehen. Jetzt hieß es nur noch abwarten. Von der Firma haben wir trotz Doppeljacke und Snowboardhose, extra einen dicken Overallanzug bekommen, es war dort richtig kalt.

Nach ca. eine Stunde Warten hat unser Fotograph dann über die Kamera schon gesehen, was wir noch mit freien Augen nicht sehen konnten: das Nordlicht. Die Erklärung war, dass das Objektiv viel empfindlicher ist als unser Auge und wenn wir nicht sicher sind, weil das Nordlicht noch schwach ist, dann schießt man einfach ein Bild und schaut das an.
Und tatsächlich: in der Kamera war es grün.  Eine Viertel Stunde später konnte man das auch ohne Zweifel mit bloßen Augen sehen: wunderschöne grüne Strahlen, die ihre Form ständig ändern. Die hellen grünen Striche auf dem Bild konnte man noch mit freiem Auge nicht sehen.

Warten auf das Nordlicht

Ich hatte meine Kamera nicht mit, weil ohne Stativ kann man keine Bilder machen und das wäre schon für mich zu viel Gepäck gewesen , da ich meine ganzen Laufsachen mitschleppen musste. Aber der Fotograph von der Firma war die ganze Zeit am Ort und hat uns wunderschöne Bilder gemacht.

Später hat sich das Licht dann mit voller Stärke gezeigt, es war wirklich wunderschön.

 

 

Sehenswürdigkeiten in Tromsö

Neben dem Nordlicht gibt es natürlich auch andere Sachen, die ihr in Tromsö anschauen könnt.

Das Polarmuseum

Das Polarmuseum sammelt und präsentiert die Eismeertradition von Tromsö in lebensnahen Ausstellungen. Es ist wirklich empfehlenswert: eine sehr interessante Ausstellung über die Vergangenheit von Tromsö.

Öffnungzeiten:

16.06-15.08: 10-19 Uhr

16.08-15.06: 11-17 Uhr

Die Eismeerkathedrale in Tromsö

Von Tromsö könnt ihr sogar zu Fuß über die wunderschöne 2 km lange Brücke spazieren, und ihr seid auch schon da.

Die Kathedrale ist wie ein Leuchtturm in der Stadt: Zwischen den 11 lamellenartigen Platten, die die Wände bilden, befinden sich Leuchtröhren: am Abend leuchtet wunderschön die ungewöhnliche Form das Gebäude.

Im Sommer lädt die Kirchengemeinde zu Mitternachtssonnenkonzerten mit professionellen Musikern kurz vor Mitternacht.

Walsafari

 

Es funktioniert ähnlich, wie die Nordlichtstour: man kann bei den unterschidlichen Agenturen eine Tour buchen. Es gibt wirklich viele Angebote vor Ort, aber auch im Internet, ihr solltet unbedingt die Preise vergleichen, bevor ihr etwas bucht.

Ihr könnt sogar die größten Zahnwale der Welt, die Pottwale, Papageitaucher und andere Seevögel sehen, wenn ihr Glück habt.

Saison: von November bis Ende Januar.

 

Polaria: Arktisches Erlebniszentrum

Polaria ist ein arktisches Erlebniszentrum mit dem Film „Spitzbergen-Arktische Wildnis“ auf fünf Bildschirmen, arktischer Wanderung und Aquarien mit Fischen und Bartrobben von Spitzbergen.

Die Tieren waren echt süß und nicht nur für Kinder interessant.

Das Polaria liegt direkt in der Innenstadt, ihr könnt daher ruhig zu Fuß hin spazieren.

 

Viel Spaß im Tromsö 🙂

 


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